Vereinsgeschichte des Tambourcorps „Rheinperle“ Sechtem 1923 e.V. Das Tambourcorps „Rheinperle“ Sechtem wurde in einer Zeit gegründet, in der das Kriegselend noch fest in den Köpfen der Menschen verankert war. Die Reparationszahlungen an die Siegermächte stürzten die Bevölkerung in große soziale und wirtschaftliche Not. Um wieder ein wenig Freude und Abwechslung in das Leben zu bringen, gründete Peter Schorn sen. 1923 das Tambourcorps „Rheinperle“. Da Peter Schorn sen. bereits vor dem ersten Weltkrieg in einem Infanterieregiment als Spielmann diente, war er bestens mit der Materie vertraut. Im Frühjahr 1923 fand die Gründerversammlung statt. Der gewählte Vorstand bestand aus:

Peter Schorn sen.   1. Vorsitzender und 1. Führer
Heinrich Ezelius   2. Vorsitzender
Wilhelm Weiß Kassierer
Josef Hanft Schriftführer
Josef Houf sen. Zeugwart
 Peter Merl Beisitzer
Wilhelm Dicken  Beisitzer

Der Verein bestand bei seiner Gründung aus 11 Mitgliedern und wählte die Gaststätte Stephan Weiß zu seinem Vereinslokal. Durch unermüdliches Proben und das große Können des Tambourführers machte das Corps sehr gute Fortschritte. Der Verein machte sich zur Aufgabe, die gemeinsamen Interessen der Mitglieder zu wahren, die Jugendarbeit sowie Aus- und Weiterbildung der Mitglieder zu fördern. Der Verein soll der Persönlichkeitsbildung dienen, insbesondere bei den jugendlichen Mitgliedern. Weiterhin wurde die Stärkung des Sozialverhaltens der Mitglieder mit in die Statuten aufgenommen. „§1 Das Tambourcorps hat den Zweck, seine Mitglieder in Tambourmusik auszubilden und stellt sich zur Aufgabe, sämtlichen, hiesigen Ortsvereinen bei jeder Festlichkeit mitzuwirken.“ Die erwünschte Stärkung trat schon nach einem Jahr ein. Im Februar 1924 trat das Tambourcorps erstmals in der Öffentlichkeit auf und brachte den Eheleuten Vochem in der Willmuthstraße anlässlich ihrer Goldhochzeit ein Ständchen dar. Im Sommer 1924 errang das Tambourcorps auf seinem ersten Wettstreit den 2. Platz, sowie den 3. Führerpreis. In den nächsten Jahren erwarb das Corps nicht nur im eigenen Ort, sondern auch in den umliegenden Ortschaften des Vorgebirges großes Ansehen. Im Jahre 1928 wechselte der Verein zur Gaststätte „Heinrich Müller“ über. Dort entwickelte sich ein reges Vereinsleben, das auch das gesellschaftliche Leben im Ort maßgebend beeinflusste. In den 30er Jahren fanden Theateraufführungen und Singspiele großen Anklang bei der Dorfbevölkerung. Im Jahre 1936 wurde unter anderem das Singspiel: „Die schöne Postmeisterin“ am Kirmessonntag um 20:30 im voll besetzten Saal aufgeführt. Der Eintritt betrug 0,80 RM. Der 2. Weltkrieg unterbrach von 1939–1946 die Vereinsarbeit. 8 Vereinskameraden kehrten aus diesem Krieg nicht mehr in die Heimat zurück, 6 Kameraden fielen und 2 waren vermisst. Am 22.11.1946 wurde auf einer Generalversammlung die Wiederaufnahme des Vereinsbetriebes beschlossen. Am 1. August 1948 feierte das Tambourcorps sein 25jähriges Jubelfest. Folgende Vereine waren beim Festzug und beim Wettspiel vertreten:  

Altstädten                            Bernrath

Grefrath                                                Duisdorf

Badorf                                  Waldorf

Brühl-Heide

 In der gleichen Zeit erweiterte sich auch der Aufgabenkreis des Vereins. Infolge der Musikfreundlichkeit und der bekannten Geselligkeit im Corps schlossen sich die Kameraden Wilhelm Dicken, Josef Houf sen., Peter Schorn jun., Josef Mahlberg und Peter Langen zu einem Gesangs-Quintett – künftig die „Fünf frohen Sänger“ genannt, zusammen. Durch den großen Erfolg angeregt, kam die Idee, in Zukunft eigene Karnevalssitzungen zu veranstalten. Dies war am 13.01.1952 der Fall. Der kleine Saal des Vereinswirts war überfüllt und die Stimmung stieg von Minute zu Minute. Diese Tradition der Karnevalssitzung wurde bis zum Jahre 1989 beibehalten. Auch die „fünf frohen Sänger“ blieben bis zu dieser Zeit bestehen. Josef Houf jun., Toni Dicken, Franz Schmitz, Heinz Gerhartz und Heinrich Zündorf traten das Erbe der älteren Sänger an. Die Texte kamen aus der Feder von Josef Mahlberg und später von Heinrich Rey. Innerhalb des Tambourcorps wurde in den 50er Jahren ein Fanfarencorps und ein Tanzcorps gegründet, das bis Mitte der 60er Jahre bestand. Zum 40. Stiftungsfest vom 18.05.-20.05.1963 präsentierte das Tambourcorps seine Jugendgruppe zum ersten Mal in der Öffentlichkeit. Die 11 Jungen im Alter von 13 und 14 Jahren wurden von den Besuchern des Festes mit großem Beifall begrüßt. Das Fest selbst endete, der Tradition nach, mit dem "Großen Zapfenstreich", der vom Musikverein Duisdorf und dem Tambourcorps selbst aufgeführt wurde. Die Aufführung wurde von der Bevölkerung mit großer Begeisterung entgegengenommen. 

Die erfolgreichsten Jahre des Vereins waren die 70er Jahre. In den Jahren 1971, 1972 und 1978 errang das Corps die Rhein-Sieg-Meisterschaft. Auch in der näheren Umgebung war das Tambourcorps als eines der "saubersten und diszipliniertesten“ Corps bekannt. Zum 50. Stiftungsfest vom 05.05. - 07.05.1973 stiftete der damalige Schirmherr Heinz ZilIikens die Vereinsstandarte. Beim Festzug am Nachmittag waren 20 auswärtige Vereine der Einladung nach Sechtem gefolgt. Durch dieses Geschenk wurde dieses Fest unvergesslich für die Beteiligten. Der "Große Zapfenstreich" wurde zusammen mit dem Musikcorps der Schutzpolizei aus Köln gespielt. In den folgenden Jahren wurde an vielen Festzügen teilgenommen, große Prunksitzungen gefeiert und etliche Preise gewonnen. Neben der Haussammlung, bei der Geld für die Anschaffung neuer Uniformen gesammelt wurde, stiftete der Gastwirt des Gasthauses "Steffens", Herr Hinsen, dem Tambourcorps einen 2. Tambourstab. Das Fest anlässlich des 60-jährigen Bestehens fand vom 06.05. - 08.05.1983 statt. Zum ersten Mal feierte der Verein in einem großen Festzelt an der Schule. Begonnen wurde mit einem Disco-Abend, der vor allem die Sechtemer Jugend anlocken sollte und die Erwartungen weit übertraf. Am Samstagabend lud das Tambourcorps zum großen "Gala-Abend" ins Festzelt ein. Ein Freundschaftstreffen unter der Mitwirkung zahlreicher auswärtiger Vereine verschönerte den Sonntagnachmittag. Somit hatte das Tambourcorps für jeden Geschmack etwas zu bieten. Auf einem Wettstreit in Siegburg im Oktober 1983 glänzten einige Vereine mit mehrstimmigen und schwierigen Musikstücken. Um nicht in die Zweitrangigkeit abzurutschen, entschloss sich auch das Tambourcorps auf Notenspielweise umzustellen. Weiterhin sollte noch am äußeren Erscheinungsbild gearbeitet werden. Um den gestiegenen Anforderungen der Marschmusik nachzukommen, entschloss sich das Tambourcorps 1987, dem Deutschen Volksmusikerbund beizutreten. Um die dafür benötigten Notenkenntnisse zu erlernen, wurde ein Ausbilder verpflichtet. Weiterhin beschloss der Verein, seine Türen auch für Mädchen zu öffnen. Nach 17 Jahren stellte das Tambourcorps mit Stefanie Heine und Jürgen Saam wieder ein Maipaar. Auf dem 65. Stiftungsfest wurden sie gekrönt und mit einem Festzug durch den Ort geleitet. Nachdem Heinz Feck das Amt des 1. Vorsitzenden von Toni Dicken übernommen hatte, entschied sich der Verein, neue Karnevalsuniformen anzuschaffen. Die Kosaken-Uniformen hatten nach 15 Jahren ausgedient. Für alle Mitglieder wurden Musketierkostüme von den Frauen des Vereins genäht. Im Januar 1997 nahm das Tambourcorps nicht nur an den üblichen Karnevalsumzügen der Region teil, sondern begleitete auch das Dreigestirn aus Walberberg durch die Session. Nach langer Pause belegte der Verein beim Wettstreit in Mechernich mit dem Marsch "Military Escort" den 2. Platz in der Gesamtwertung. Der Verein musste sich knapp geschlagen geben. Nur 0,5 Punkte trennten das Tambourcorps vom Erstplatzierten. Trotzdem waren alle Teilnehmer sehr stolz auf die erbrachte Leistung. Man fühlte sich den „guten alten Zeiten" wieder etwas näher gebracht. Weitere Preise gingen an Tambourführer und Hintermannschaft (Becken/Pauke). Vom 29.05. - 01.06.1998 feierte das Tambourcorps sein 75-jähriges Bestehen mit einem Jubelfest und großem Staraufgebot im Festzelt auf dem Schulhof. Das Fest endete mit dem „Großen Zapfenstreich“ gespielt vom Tambourcorps Dersdorf und den Musikfreunden Roisdorf. Eine neue Art des Probens wurde im März 1999 eingeführt. Die Idee eines Probetages entstand. An einem Tag wird ein kompletter Marsch einstudiert. Diese Art der Probe hat sich als sehr erfolgreich herausgestellt und findet seitdem mindestens einmal im Jahr statt. Ein umfangreiches Repertoire wurde so aufgebaut, außerdem fördert es auch noch die Gemeinschaft im Verein. Neben Junggesellenfesten, Karnevals- und Martinszügen in der näheren Umgebung nahm das Tambourcorps unter anderem am Bundesschützenfest in Mayen und Erkelenz und am Weinfest in Duisdorf teil. Wieder wurde der Bekanntheitsgrad des Corps gesteigert. Ein weiterer Höhepunkt im Vereinsleben war das Frühlingskonzert am 26.03.2000 im Saal der Gaststätte "Zur Krone" Leyendecker. Die Zuschauerzahlen übertrafen die höchsten Erwartungen. Als Moderator des Konzerts konnten wir unseren ehemaligen 1. Tambourführer, Heinz Gerhartz, gewinnen. Er führte mit viel Sachverstand durch das Programm und stellte die Geschichte des Tambourcorps in einzelnen Etappen nochmals dar. Das erste Konzert in der Vereinsgeschichte war ein voller Erfolg. Etwa zwei Monate nach dem grandiosen Konzerterfolg brannte der Saalbereich der Gaststätte "Zur Krone" Leyendecker bis auf die Grundmauern nieder. Nicht nur der Verlust von Vereinsstandarte, zwei Pauken und weiterem Vereinseigentum hinterließ Spuren im Vereinsleben. Auch der Verlust des Treffpunktes machte dem Verein schwer zu schaffen.

Vom 04.07. – 06.07.2003 feierte das Tambourcorps sein 80jähriges Stiftungsfest. Am Freitagabend fand eine Schaumparty mit Europas größter aufblasbarer Waschmaschine statt. Samstags füllte Still Collins das Festzelt, es herrschte eine ausgelassene Stimmung während des Konzerts, die von der Bühne ins Publikum und auch wieder zurück schlug. Auch der Sonntag versprach am frühen Morgen schon ein ganz besonderer Tag zu werden, als wir nach unserer Kranzniederlegung von der Kirche zurückkamen und das Dorf zu einer Kölschen Messe eingeladen hatten, in der auch noch unsere neue Vereinsfahne geweiht werden sollte. Eine Messe in Mundart mit einer zünftigen Prädicht, Lieder, Texte, Fürbitten und Orgelspiel. Diese Messe wurde ein voller Erfolg und ein unvergessliches Ereignis in der Geschichte unseres Vereins. Am Nachmittag begleiteten uns die auswärtigen Vereine in unserem Festzug durch den Ort. Nach 17 Jahren Vereinsvorsitz stellt sich Heinrich Feck am 10.03.2006 nicht mehr zur Wahl des 1. Vorsitzenden zur Verfügung und gibt damit sein Amt ab. Als neuer 1. Vorsitzender wurde Wolfgang Hinsen gewählt. Im Jahr 2006 war es dann endlich soweit, die Fortsetzung unseres ersten Konzerts im Jahre 2000 wurde in Form eines Gemeinschaftskonzertes mit dem Tambourcorps „Gut Klang“ Keldenich in die Tat umgesetzt. Am 02.04.2006 fand im wesselinger Rheinforum das erste gemeinsame Konzert statt. Mit großer Begeisterung erlebten die wesselinger Zuschauer ein Gemeinschaftskonzert, welches wohl noch für lange Zeit in Erinnerung bleiben wird. Und auch das zweite Konzert am 09.04.2006 in der Gaststätte „Zur Alten Post“ in Sechtem wurde ein großes Ereignis an das sich das Dorf wohl noch lange erinnern wird. Unter begeistertem Applaus und einer tollen Stimmung im Publikum spielten wir drei Zugaben und hatten auch selbst großen Spaß. Im Jahre 2008 feierte das Tambourcorps vom 08. bis 10. August sein 85jähriges Stiftungsfest. Am Freitagabend starteten wir mit einer „Mexikanischen Nacht“. Es gab Cocktails und wer wollte konnte beim Bullenreiten sein Bestes geben. Samstags war nicht nur unser Zelt gefüllt, sondern auch der gesamte Bereich vor dem Zelt. Es spielte die Coverband „ABBA FEEVER“. Die Stimmung im Zelt und vor dem Zelt war einfach genial. Ein tolles Publikum, dass die Hits von ABBA mit sang und eine klasse Band, die die Hits zum Besten gaben. Der Sonntag begann mit der Kranzniederlegung an der Kirche. Im Anschluss fand im Festzelt eine kölsche Mundartmesse statt. Nachmittags begleiteten uns die Ortsvereine und die auswärtigen Vereine in unserem Festzug durch den Ort. Am 29. Oktober 2011 spielten wir gemeinsam mit dem Tambourcorps Dersdorf ein Gemeinschaftskonzert in der Rheinhalle Hersel. Wir spielten ein tolles Konzert vor einem begeisterten Publikum. Von den bisherigen Konzerten war dieses Konzert bis jetzt das Beste, welches wir gespielt haben. Der 10. März 2012 geht auch in die Vereinsgeschichte ein. Zum ersten Mal wurde als 2. Vorsitzende eine Frau ins Amt gewählt. Sonja Heeg nahm die Wahl und die Herausforderung als 2. Vorsitzende an. Am 01. Juni 2012 war es so weit. Das erworbene Holzfertighaus, welches der Verein im Mai 2012 günstig erwerben konnte, wurde in Spangdahlem in der Eifel abgebaut. Unser neues Vereinshaus wurde über Wochen in seine Einzelteile zerlegt und in Container verladen. Der letzte Container wurde am 14. Juli 2012 zum Abtransport fertig geladen. Leider konnten wir bis heute unser Vereinshaus noch nicht aufbauen, da die ganzen Genehmigungen von der Stadt Bornheim auf sich warten lassen. Oktoberfest in Sechtem am 29. September 2012 Nach langer, langer Zeit rief das Tambourcorps mal wieder ein Oktoberfest auf den Plan. Um 15.00 Uhr starteten wir mit Kaffee und Kuchen. Natürlich fehlte auch nicht das originale Wies’n Bier von Paulaner. Das Pfarrheim war festlich geschmückt, genauso wie auch die meisten Gäste in Dirndl und Lederhosen erschienen. Es war eine super Stimmung und ein gelungenes Fest, welches wir bestimmt wiederholen werden. An diesem Wochenende vom 30. August bis 01.September 2013 feiert das Tambourcorps „Rheinperle“ 1923 Sechtem e.V. nun sein 90jähriges Stiftungsfest. Wir möchten Sie hier in unserem Festzelt ganz herzlich begrüßen.